Corona - Situation in Nepal Juni 2021

Vor etwa zwei  Monaten hat der indische Corona - Virus über die offene Grenze Nepal erreicht. Wanderarbeiter sind aus Indien in ihre Dörfer zurückgekehrt, und haben den Virus dort verbreitet. Am 28. April wurde das gesamte Leben in Nepal durch den Lockdown praktisch stillgelegt, Schulen, Läden, Restaurants sind geschlossen, die Menschen arbeiten von zu Hause aus, die Strassen sind fast leer - nur morgens zwischen 08.00 und 10.00 Uhr sind die Lebensmittelgeschäfte geöffnet, in der Nacht herrscht ein Ausgehverbot.

Es fliegen keine Flugzeuge, Thamel,  Kathmandus "Shoppingmeile" ist leer, alle Läden sind geschlossen. Etwa 15% der nepalesischen Bevölkerung arbeiten im Tourismus, nun sind alle arbeitslos - die ganze Branche liegt am Boden.

 

Unterstützung von der Regierung gibt es keine, weder zinslose Darlehen, noch Steuer- oder Mietzinssenkungen. Die Korruption ist nach wie vor ein grosses Problem. Die Regierung hat die Krise so miserabel gemanagt, dass der Premierminister letzten Montag gehen musste - zu der Coronakrise kommt nun auch noch eine Regierungskrise - hoffentlich wird bald eine neue Regierung gewählt, welche weniger korrupt ist...

 

Dank des Lockdowns steigen die Corona - Infektionszahlen nicht mehr an, momentan sind es etwa 10000 pro Tag.  Fast in jedem zweiten Haushalt ist jemand mit Corona infiziert. Die Spitäler sind immer noch überfüllt. Dank internationaler Hilfe hat es nun genügend Sauerstoffgeräte, und die Infiszierten können damit behandelt werden. 

 

Ein Teil der Bevölkerung wurde schon ein Mal geimpft, aber da nun Indien keinen Impfstoff mehr liefert, warten viele auf die zweite Dosis - die grosse Mehrheit wurde noch gar nicht geimpft.

 

Die meisten Menschen auf dem Land haben genügend zu Essen, weil sie einen kleinen Bauernhof mit eigenem Anbau unterhalten. Viele Arbeiter aus dem Tourismussektor und Wanderarbeiter aus dem Ausland sind nun zu Hause auf dem Bauernhof der Eltern, und freuen sich auf das Angebot unserer zukünftigen Berufsschule, um eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Sektor zu erhalten, um so ihr Einkommen zu verdienen. 

 

In der Hauptstadt Kathmandu gibt es mehr Versorgungsprobleme. Die Grundnahrungsmittel werden immer teurer. Viele Bettler, Tagelöhner etc., welche von der Hand in den Mund leben, sind nun hungrig auf der Strasse. Für diesen Teil der Bevölkerung haben wir ein Notfallprojekt gestartet und schon CHF 5000 direkt überwiesen.  Ramu, Leiter des Bodhi Guesthouses in Bodnath/Kathmandu, unterstützt mit seinem Team die notleidende Bevölkerung, indem er einen Lastwagen mietet, und Essensrationen verteilt. Mehr dazu findet Ihr in seinem Brief. Wir sind immer froh um Spenden...

 


Download
Letter of Ramu.pdf
Adobe Acrobat Dokument 289.8 KB

Frühere notfallmässige Unterstützung der von Corona stark betroffenen Bevölkerung

Um die aktuelle Not in Nepal etwas zu lindern, unterstützt NepalTara gemeinsam mit sehr zuverlässigen, seriösen nepalesischen Kontaktpersonen unter Corona leidende Menschen notfallmässig:

 

Ramu, Leiter des Bodhi Guesthouses in Kathmandu: CHF 2000

Unterstützung von Tagelöhnern (welche im Moment keine Arbeit haben), Kranken, Alleinstehenden und alten Menschen in seinem Dorf mit Grundnahrungsmitteln.

 

Reema, Lions Club Kathmandu: CHF 2200

Unterstützung von sehr armen Schülerinnen und ihren Tagelöhner - Familien mit Grundnahrungsmitteln, Sanitätsmaterial etc.

 

Parishkrit, Leiter von Kaamchha: CHF 1100

Unterstützung der Ekata Schule mit Druckmaterial, Büchern, Masken, Desinfektionsmittel etc.

 

Insgesamt hat NepalTara CHF 5300 für die unter Corona leidenden Menschen überwiesen. 

 

Wir werden auch weiterhin notfallmässig die Bevölkerung finanziell unterstützen. 

 

 

Wirtschaft und Politik

Nepal ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt, mit einem Durchschnittseinkommen von etwa CHF 100 pro Monat.

Auch heute noch arbeitet mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Da es bis vor kurzem keine zuverlässige elektrische Versorgung gab, existiert kaum Industrie, wodurch vieles aus den umliegenden Ländern importiert wird.

Nach dem grossen Erdbeben im Jahr 2015, welches 10'000 Menschen das Leben nahm, wurde mit Hilfe von vielen Ländern und Organisationen das Land wieder aufgebaut. Nun wird Nepal durch die Corona-Pandemie erneut von einer grossen Krise getroffen und in seiner Entwicklung zurückgeworfen.

 

EINIGE PROBLEME IN NEPAL

  • Korruption
  • Wenig Arbeitsstellen, wodurch viele in die Golfstaaten auswandern, wo sehr schlechte Arbeitsverhältnisse herrschen
  • Gebildete Nepalesen wandern nach USA, Kanada, Australien etc. aus
  • 80% der Güter werden importiert, 20% exportiert
  • Frauen und Mitglieder niedriger Kasten werden immer noch als minderwertig behandelt
  • Chinesische Invasion
  • Sehr traditionelle, ineffiziente Anbaumethoden, geringe Produktivität in der Landwirtschaft - Abwanderung der Jungen
  • Wenig Unterstützung in den abgelegenen Regionen, wo wichtige Ressourcen des Landes wären (z.B. Heilpflanzen im Himalaya)

 

EINIGE LÖSUNGEN FÜR NEPAL

  • Berufsschulen ("Nagarjun vocational school")
  • Unterstützung der Frauen und Minderheiten ("women empowerment project")
  • Weiterbildung, Vernetzung von Handwerkern ("Kaamchha")
  • Erhaltung, Förderung, Nutzung des Pflanzenheilwissens ("Medicinal plant garden")
  • Soforthilfe wegen Corona
  • Unterstützung der abgelegenen Dörfer im Himalaya mit Solarenergie und Häuserprojekten

Kontakt

NepalTara

Yvonne H. Koch

Eichackerstr. 16c

8132 Egg bei Zürich, Schweiz 

Telefon 0041 79 412 40 29

verein@nepaltara.ch

Wir freuen uns auf Ihre Spende.